DIE GESCHICHTE DES HAUSES Faber Castell
Am Anfang war der Bleistift. Der Schreiner Kaspar Faber fertigt in Stein bei Nürnberg seine ersten eigenen "Bleyweißsteffte" und verkauft sie auf dem Nürnberger Markt. Das Gründungsjahr von Faber Castell liegt damit lange vor der französischen Revolution und vor Gründung der Vereinigten Staaten von Amerika.
Die 2. Generation - Anton Wilhelm Faber (1758 - 1810)
Nach Kaspars Sohn Anton Wilhelm heißt das Unternehmen in der zweiten Generation "A.W. FABER".
Unter Anton Wilhelm blüht der kleine Handwerksbetrieb weiter auf. Anton Wihelm kauft Grundstücke dazu, vergrößert die Bleistiftproduktion - das Unternehmen wächst.
Die 3. Generation - Georg Leonhard Faber (1788 - 1839)
Georg Leonhard führt den Bleistiftbetrieb in politisch und wirtschaftlich schwierigen Zeiten fort, kann aber nicht verhindern, dass die Geschäfte stark zurückgehen und die Existenz des Unternehmens unsicher ist.
Die 4. Generation - Lothar von Faber (1817 - 1896)
1839 übernimmt Lothar von Faber nach dem Tod seines Vaters Georg Leonhard die Bleistiftfabrik in Stein. Nachdem er in Schreibwarenunternehmen der damaligen Handelsmetropolen Paris und London wichtige Erfahrungen sammeln konnte, stellt der 22-jährige den väterlichen Betrieb auf völlig neue Beine. Mit Visionen und eisernem Willen treibt er das Unternehmen voran. Sein Ziel: "...Mich auf den ersten Platz emporzuschwingen, indem ich das Beste mache, was überhaupt in der Welt gemacht wird...".
Er entwickelt den modernen Qualitätsbleistift, legt die heute noch gültigen Längen und Härtegrade fest und stellt erstmals auch sechseckige Stifte her. Er kennzeichnet sie mit dem Namen "A. W. Faber" - der erste Marken-Bleistift der Welt ist geboren.
Über eine Agentur in New York werden "A.W. Faber" Stifte erstmals in Amerika verkauft.
Lothar von Faber richtet eine der ersten Betriebskrankenkassen Deutschlands ein.
In New York wird die erste Auslandsniederlassung des aufblühenden Unternehmens gegründet. Es folgen Niederlassungen in London (1851) und Paris (1855) sowie Agenturen in Wien (1872) und St. Petersburg (1874).
Lothar Faber schafft für Bleistifte eine "Norm", die für die Bleistiftindustrie richtungsweisend wird.
Zur ersten Jahrhundertfeier entsteht das Zweigwerk Geroldsgrün (Oberfranken). Zunächst als Schiefertafelfabrik gegründet, entwickelt es sich später zu einem der weltweit größten Rechenstab-Werke. Auf Grund seiner großen wirtschaftlichen und sozialen Verdienste werden Lothar von Faber zahlreiche Ehrungen zuteil: 1861 erhält er den persönlichen Adel verliehen, 1881 wird er in den erblichen Freiherrnstand erhoben, 1865 wird er zum lebenslänglichen und 1891 zum "Erblichen Reichsrat der Krone Bayerns" ernannt.
Mit der Petition an den Deutschen Reichstag "zur Schaffung eines Markenschutzgesetzes" wird Lothar von Faber zum Wegbereiter des Markenschutzgesetzes in Deutschland (Mai 1875).
Die 5. Generation - Wilhelm von Faber (1851 - 1893)
Lothar von Fabers einziges Kind, Wilhelm, ist von 1873 an im Unternehmen tätig und ab 1877 zur Nachfolge bestimmt.
Der eher musisch veranlagte Wilhelm verliert seine beiden Söhne Lothar und Alfred Wilhelm im Kindesalter von drei und vier Jahren. Wilhelm, der sehr unter dem Tod der Söhne litt, stirbt 1893 mit gerade 42 Jahren. Neben seiner Frau hinterlässt er drei Töchter. Sein Vater, Lothar von Faber, muss dadurch das Unternehmen bis zum eigenen Tod im Jahr 1896 weiterführen. Danach geht die Firma "A.W. Faber" an seine Witwe, Ottilie Freifrau von Faber, über, die das Unternehmen bis zur Jahrhundertwende allein weiterführt.
Die 6. Generation - Alexander Graf von Faber-Castell (1866 - 1928)
1898 heiratet Wilhelm von Fabers älteste Tochter und spätere Erbin, Freiin Ottilie von Faber (1877 - 1944), den Grafen Alexander zu Castell-Rüdenhausen aus einem der ältesten deutschen Adelsgeschlechter. Noch zu Lebzeiten hatte Lothar testamentarisch verfügt, dass nachkommende Generationen den Namen "Faber" stets in einen neuen gemeinsamen Familiennamen zu integrieren hätten. So entsteht mit Genehmigung des bayerischen Königs die neue Familienlinie "Graf und Gräfin Faber-Castell" sowie der neue Firmenname "FABER-CASTELL".
1900 tritt Alexander Graf von Faber-Castell in die Geschäftsführung ein.
1903 wird nach Plänen Theodor von Kramers der Grundstein für das große "Neue Schloss" gelegt - heute ein einzigartiges Denkmal des Historismus und Jugenstils.
1905 bringt Graf Alexander die berühmte grüne Bleistiftfamilie "CASTELL" auf den Markt. Als Zeichen einer neuen, hochwertigen Qualität, die sich gegen alle Konkurrenz durchsetzen wird, entsteht als Verpackungsmotiv das "Turnier der Bleistiftritter". Diese Ritter sind heute wieder Bestandteil des Markenzeichens.
In den 1920er Jahren läßt Graf Alexander im Werk Stein neue großzügige Produktionsanlagen bauen. Der dreistöckige, lichtdurchflutete Fertigungskomplex wird zum modernen, mustergültigen Produktionsbetrieb.
Die 7. Generation - Roland Graf von Faber-Castell (1905 - 1978)
Nach dem Tod Graf Alexanders im Jahr 1928 tritt sein Sohn Roland die Nachfolge in der Unternehmsführung an.
Faber Castell übernimmt die Bleistiftfabrik "Johann Faber". Dadurch ist FABER-CASTELL zugleich an der Tochtergesellschaft "Lapis Johann Faber" in Sao Carlos/Brasilien beteiligt.
Der TK-Stift, ein neuer mechanischer Stift für das technische Zeichnen, setzt sich international erfolgreich durch.
In Irland entsteht zunächst eine Produktion für holzgefasste Stifte; später werden dort auch Kugelschreiber hergestellt.
Erneut wird eine Vertriebsgesellschaft in Frankreich gegründet.
Gründung des Schreib- und Zeichengerätewerkes in Australien, heute auf diesem Kontinent der führende Hersteller von Markern (Fasermaler) für Kinder.
Faber Castell gründet in Österreich (Engelhartszell) ein Werk mit hocheffizienter Fertigung von Textmarkierern und Tinten für die Faber-Castell-Gruppe.
In Peru (Lima) entsteht eine Kugelschreiberproduktion, die heute als führender Hersteller in Peru auch Marker und Fasermaler für Kinder und das Büro produziert.
Faber Castell erwirbt die Mehrheit an der heute größten Fertigung von Farbstiften der Welt in Sao Carlos, Brasilien.
Die 8. Generation - Anton Wolfgang Graf von Faber-Castell (geb. 1941) Nach dem Tod von Graf Roland tritt sein Sohn Anton Wolfgang an die Unternehmensspitze.
Faber Castell nimmt die Produktion von holzgefassten Stiften für die dekorative Kosmetik auf (OEM - Private Label).
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